Radwegsicherheit im Bezirk

Der Zirkus ist in der Stadt. In der Regel erfährt man es durch Plakatwerbung an Wänden und Laternen. Für Radfahrende hat der Bezirk einen ganz besonderen Service. Wann immer eine Veranstaltung auf dem Grundstück an der Ecke Alt-Biesdorf/ Köpenicker Straße stattfindet, wird durch die Kunstinstallation „Wasser marsch!“ eines unbekannten Künstlers darauf hingewiesen.

Leider befindet sich dieses Kunstwerk mitten auf einem benutzungspflichtigen Radweg an einer stark befahrenen Hauptverkehrsstraße, der Bundesstraße B1/B5. Der Radweg ist ein Kapitel für sich. In Breite und Qualität entspricht er als gemeinsamer Fuß- und Radweg mitnichten dem, was das Berliner Mobilitätsgesetz vorsieht. Die Anweisung „Radfahrer absteigen“ in der Mitte des Abschnittes zeigt deutlich, welche Priorität dem Radverkehr an dieser Stelle zugestanden wird.

Kartenausschnitt der entsprechenden Kreuzung

Das Ausweichen auf die Straße ist wegen des starken motorisierten Verkehrs keine Option. Das Absteigen nur eine schwache, denn auch Rad fahrende müssen wie motorisiert fortbewegte Bürger*innen Termine einhalten und können die Fahrtzeit nicht beliebig ausdehnen. Das Modell abzusteigen, sobald zu Fuß gehende in Sichtweite sind, hat sich über die Jahre durchgesetzt. Nicht in Sichtweite ist die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur, die hier nicht nur wegen des Mobilitätsgesetzes längst überfällig ist. Es scheint, als käme es auf das eine oder andere Hindernis auf der Strecke mehr oder weniger nicht an. Darum ist es offensichtliche Gewohnheit geworden, bei jedweder Veranstaltung auf diesem Grundstück, die Wasserversorgung über den Radweg herzustellen. Man erkennt, wie sich die Verkehrssicherung über die Zeit professionalisiert hat – immerhin kommt jetzt eine Warnweste und Kabelkanäle zum Einsatz. Wahrscheinlich schützt beides mehr die Wasserversorgung als Rad fahrende.

Was können Rad fahrende tun? Probleme mit Baustellen gibt es immer wieder. Deshalb ist es gut, zu wissen, wer zu informieren ist, wenn die Radverkehrsführung unzureichend oder gar gefährlich ist. Der Senat hat eine Webseite eingerichtet, auf der man Baustellen melden kann. Auch muss man wissen, dass man dort nur Baustellen melden kann, die sich im übergeordneten Berliner Netz befinden, denn nur diese Straßen unterstehen auch der Zuständigkeit des Senats. Andernfalls sind die Bezirke verantwortlich. Allzu oft wird aufeinander rückverwiesen. Eine E-Mail an das Straßenamt kann also auch nicht schaden(1). Die wirtschaftliche Nutzung des Wasseranschlusses außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Verkehrsressorts eröffnet sogar ganz allgemein das Spielfeld für eine Runde Berlin-Pingpong.


Zur Zeit befindet sich eine Beach-Bar auf dem Gelände. Ein Fortbestehen während des Sommers wäre wünschenswert, aber die Wasserversorgung muss eindeutig anders geregelt werden. Das Risiko eines Unfalls so nahe der Fahrbahn ist einfach zu groß. Vielleicht muss das Grundstück auch einfach mal erschlossen werden, denn auch der Zirkus ist bestimmt bald wieder in der Stadt.

(1) Eine sinnvolle Liste von E-Mailadressen zur Beschwerde bei Baustellen:

  • Rad+Baustelle@senuvk.berlin.de
  • verkehrsmanagement@senuvk.berlin.de
  • SGA-Strassen@ba-mh.berlin.de
  • buero.nadja.zivkovic@ba-mh.berlin.de

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