ADFC Stadtteilgruppen & Fahrradfreundliche Netzwerke aus dem Südosten Berlins kritisieren Radverkehrsplan als lückenhaft

Am 27. November 2020 wurde der Stand des Radverkehrsplanes mit Verspätung den bezirklichen Verwaltungsangestellten und den ehrenamtlichen FahrRäten vorgestellt.

Die Entwicklung des Radnetzplanes wurde vom Planungsbüro LK-Argus dargestellt, das mit der Erstellung des Radverkehrsplanes von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beauftragt wurde. 

Positiv bewerten wir, dass der Radnetzplan – anders als vormals in Aussicht gestellt wurde – nun direkt mit beschlossen werden soll.

Ungenügend ist hingegen die Radverkehrserschließung des Berliner Südostens – gerade dort, wo auch schlechte ÖPNV-Anbindung und folglich ein besonders hoher Anteil an KFZ pro Einwohner besteht. 

Es fehlen wichtige Tangentialverbindungen, wie eine Fahrrad-Vorrangroute zwischen Köpenick und Marzahn-Hellersdorf. Zwischen diesen Bezirken gibt es 28.000 KFZ-Fahrten am Tag. Gerade hier müssen Radrouten als Alternative geschaffen werden, wenn der Anteil der KFZ-Fahrten am gesamten Verkehr sinken soll.

Fragen nach abgestimmter Anbindung des Umlands wurden unbefriedigend beantwortet, trotzdem diese wachsenden Pendlerströme  für die Verkehrswende bedeutend sind (nach Barnim 23.000, nach MOL 32.000 Kfz-Fahrten/Tag).

Unklar blieb auch, wie mit beengten Platzverhältnissen umgegangen wird. Gerade bei bestehenden Brücken ist eine Neuaufteilung der Verkehrsfläche wichtig. Dies zeigt sich u.a. beim „Galgen“ am S-Bahnhof Kaulsdorf, aber auch in der Dörpfeldstrasse in Adlershof.

Dazu erklären die ADFC-Stadtteilgruppen Wuhletal und Treptow-Köpenick, sowie die Netzwerke Fahrradfreundliches Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick:

Wir begrüßen, dass der Radverkehrsplan endlich vorgelegt wird und der Netzplan beschlossen werden soll. 

Es ist aber absolut unverständlich, weshalb die Vorschläge aus der Zivilgesellschaft unserer Bezirke nicht aufgegriffen wurden und nun mühsam über das ohnehin überlastete Bezirksamt einzeln als Änderungsvorschläge eingebracht werden müssen.

Die Besonderheiten des Berliner Südosten sind ungenügend erfasst. Dazu sehen wir Nachbesserungsbedarf.

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